Adventsmusik in der Auferstehungskirche am 11. Dezember 2021 Nun singet und seid froh...

Die Großhansdorfer Kantorei konnte am Vorabend des 3. Advents nach zwei Jahren coronabedingter Zwangspause endlich wieder Zeugnis ablegen von ihrem großen musikalischen Können. Unter Leitung von Kantor Clemens Rasch boten die Sängerinnen und Sänger ein umfangreiches Repertoire an weihnachtlichen Werken. Unterstützt wurden sie von Mitgliedern der Hamburger Symphoniker und dem Trompetenensemble BoLeRo mit Boris Havkin und seinen Söhnen Leonard und Robert. Die Solopartien sang die Sopranistin Kristina Hansen.

Die Klammer um das Programm bildete Georg Friedrich Händel mit Teilen aus seiner »Wassermusik«. Das Programm bot weiter eine Auswahl schönster Melodien zur Weihnacht

mit hohem Wiedererkennungswert. Man denke an »In dulci jubilo« oder
»O come, All ye faithful« (was wir auch als »Herbei, o ihr Gläubigen« kennen) oder an den älteren Zuhörern vielleicht noch als Gospelsong vom Golden Gate Quartett bekannten »Top- Song« von Händel »Joy to the World, the Lord has come«. Für den Engelsklang sorgte an diesem Abend Kristina Hansen. Wie berückend sang sie die Telemann-Arie »Jesu, komm in meine Seele«, und mit welch warmem Klang überzeugte sie uns von »süßer Stille, sanfter Quelle« in der Händel-Arie. Applaus an dieser Stelle wäre vielleicht angebracht gewesen, aber da das Programm »en suite« ablief, musste damit bis zum Schluss gewartet werden.

Überraschung boten Titel, die nicht unbedingt jedermann kennt. Als da sind »Ding Dong« aus dem 16. Jahrhundert oder auch »Hark! The Herald Angels Sing« von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie »In the Bleak Midwinter« von Gustav Holst, dem einzigen neueren Komponisten unserer Zeit in diesem Programm. Mit welchem Temperament und echter Freude hat der Chor uns einerseits den Rhythmus dieser Stücke sowie andererseits das Feierliche erleben lassen. Das Lied von Holst, dessen sinfonisches Hauptwerk »Die Planeten« ist, wird übrigens in England als Christmas Carol sehr verehrt.

Händels »Wassermusik« beendete das festliche Programm, und endlich durfte laut Beifall gespendet und damit der Dank an alle Mitwirkenden entboten werden. Mit einer recht beschwingten Version von »Tochter Zion« als Zugabe endete dieser in Corona-Zeiten denkwürdige Abend.

Hans-Jürgen Sund, 13.12.2021